Logo

Daimlerstr. 35
22763 Hamburg
Tel.: 040-39 00 972
Kontaktformular

Öffnungszeiten:
Bitte vereinbaren Sie einen individuellen Termin nach Ihren Wünschen!
Terminabsprachen sind möglich von
Mo-Sa • 9:00 bis 20:30 Uhr.

 
Das Handwerk

Skimode Stil 1930er Jahre: Beispiele und Reproduktionen

Die Skimode der 1930er Jahre


Hier finden Sie originale Bilder und meine eigenen Arbeiten im Stil der Epoche.

Manche Stücke werden sehr authentisch nachgearbeitet, andere sind vom Stil dieser Zeit inspiriert, wurden jedoch etwas modernisiert. Sie alle eint eins:  Naturfasern!  Der Vergleich der originalen Warenprobe eines Stoffes für Wetterjacken mit dem von mir bevorzugt verwendeten Eta Proof (Baumwoll-Wetterstoff hoher Qualität) der Schweizer Firma Stotz zeigt: in Griff, Dichte und Optik ist das Material fast identisch. Darum werden auch nur diese Stoffe für meine Reproduktionen verarbeitet.  Die Regel lässt sich für alle derartigen Projekte anwenden: Wer einen authentischen Vintage-Look erzielen möchte, sollte möglichst natürliche Stoffe verwenden.         
     

Skihemd, Schneehemd, Skibluse, Schlupfjacke: Wetterschutz mit vielen Namen

Frankreichs bekanntester Skifahrer der 1930er Jahre: Emile Allais in blauem Schlupfmodell.
Wetterschutz aus Baumwollstoff: Schlupfjacke mit innerem Kragen und Kapuze, Brusttasche mit Reißverschluss und Kordelzug.
Innenkragen und Kapuze mit Metallreißverschlüssen in silber

 

Wie heisst das "Hemd" denn nun eigentlich?

 

Im Laufe der Suche nach Belegen zur Geschichte und Entwicklung der Skibekleidung und Mode fand ich das hier gezeigte Modell sowie Wetterschutzkleidung ähnlichen Typs unter den verschiedensten Bezeichnungen:

Schneehemd, Skihemd, Schlupfjacke, Skibluse, Windbluse, Schlupfhemd.

 

Gemeint ist -fast- immer ein Kleidungsstück mit Einsatzzweck Wetterschutz  zum Überziehen über alle unteren Kleidungsschichten. 

Das bekannte Zwiebelprinzip ist keine moderne Erfindung, es war bereits in den frühen Tagen des Skilaufes im Ansatz bekannt.

Wer mehrere Kleidungsschichten übereinander trägt, kann bei wechselndem Wetter und Temperaturschwankungen durch Hinzufügen oder Weglassen der einen oder anderen Schicht reagieren.

 

Erste Schicht: Direkt auf der Haut getragene Kleidung, also Unterwäsche und Strumpfwaren. 

Zweite Schicht: Ein Hemd oder leichte Strickwaren. Bei kalten Temperaturen wurde diese zweite Schicht  durch ein drittes Kleidungsstück ergänzt, dass heisst über dem Hemd/Bluse wurde ein warmer Wollpullover getragen.

Dritte Schicht: Wetterschutz. Damit ist ein wind und wasserdichtes Kleidungsstück gemeint,

also ein Schneehemd, Skihemd, Skijacke in lockerer Form aus glattem Material.

 

Übrigens liefen unter der Bezeichnung "Skihemd" zweierlei Kleidungsstücke. In originalen Katalogen der Zeit fand ich das "Skihemd" mal als leichtes Hemd als zweite Schicht zu tragen, mal als Wetterschutz  dritte, obere Schicht.

 

Weitere Modellvariationen zum Thema Wetterschutz aus Baumwollstoff finden Sie im Menü unter Vintage Outdoor.

 


Trainingsanzüge - Trainingssuits Beispiele und Reproduktion

Man hatte und hat die Wahl: Knopfleiste oder Reißverschluss?
Sieht sehr gut gekleidet aus
Farbe dunkelblau, Qualität 100% Baumwolle
Lauftest in Mutter Natur
Originale Katalogseiten mit der Trainingsbekleidung der 1930er Jahre

 

 

Trainingsbekleidung in den 1930er Jahren: Die Urahnen des Jogginganzuges

 

Auf der Seite 63 des Kataloges Winter 1936-1937 stellte ASMÜ fest: 

"Der Trainingsanzug ist und bleibt das unentbehrliche Kleidungsstück für jeden Sportler.

Auch der Skiläufer schätzt ihn sehr als praktische Hüttenkleidung, da er warm und leicht ist."

 

Die frühen Traingsanzüge sind im Vergleich zu heutiger Sportkleidung etwas weniger grell

und unaufdringlich, die meistverkaufte Farbe war dunkelblau, es gab sie aber auch in silbergrau,

grün, rot, hellblau und schwarz.  Sogar zweifarbig gestaltete Modelle waren erhältlich,

beispielsweise ein  Trainingsanzug mit farbigem Sattel (gemeint ist eine Schulterpasse),

Halsring, Ärmelstuplen und breitem Hosenbund angestrickt in der Sattelfarbe.

Farben blau mit weiß, blau mit hochrot, marine mit hochrot, braun mit gelb.

Diese Modelle waren aufwändiger und um einiges teurer als die unifarbigen Waren.

 

Das Material war damals ein innen aufgerauhtes Baumwolltrikot,

das heute unter der Bezeichnung Sweatstoff angeboten wird. 

Diese Sportkleidung war aus 100% Baumwollfasern gefertigt.

Heute wird die Ware in den meisten Fällen in Mischungen hergestellt

wie 80% Baumwolle-20%Polyester, oder der "French Terry" meist in 95% Baumwolle mit 5% Lycra.

Die Meterpreise für die gängigen Mischungen liegen meist um 15,00 Euro bis 18,00 Euro.

 

Möchte man eine authentische Reproduktion erstellen, wird die Suche schwieriger und der Meterpreis um einiges höher.

Rein baumwollene Sweatstoffe sind ausschließlich bei wenigen spezialisierten Händlern zu finden,

die ihren Schwerpunkt auf hochwertigen Naturstoffen aus umweltfreundlicher Produktion legen.

Die Meterpreise liegen hier zwischen 25,00 Euro bis 35,00 Euro.

Grundregel: Je mehr "Bio", je höher die Umweltschutz-Standards, je näher das Produktionsland an Deutschland,

desto höher liegt der Preis.

 

Die Frage nach dem Gesamt-Preis eines solchen Zweiteilers wird mir immer wieder gestellt.

Sie ist nicht klar zu beantworten: Der Endpreis ist abhängig von Meterpreis, Menge und der Auswahl der Kurzwaren.

Ein silberfarbener Metallreißverschluss kostet mit Standardschieber wenige Euro, wer jedoch Wert

auf einen besonderen Schieber legt und sich eine auf Bestellung  erhältliche spezielle Kombination von Band, Kette

und Schieber auswählt, muss tiefer in die Tasche greifen.

 

Ein durchschnittlich großer Mensch , egal welchen Geschlechts, sollte bei einer Stoffbreite von 1,40 Metern

eine Menge von 2,80 Meter bestellen. Dazu einen Reißverschluss in 16cm 18cm, oder 20 cm Länge.

Der Stoff muss vor der Verarbeitung gewaschen werden!

 

Die Arbeitskosten für den Zweiteiler im Einzelzuschnitt unter Berücksichtigung der individuellen Körpermaße 

liegen um 300,00 Euro.

Ausführung Kragen mit Reißverschluss, 1 Brusttasche, Gummibänder in Tunnel Arme und Abschluss.

Hose mit zwei Seitentaschen in der Naht, Gummi in Tunnel in Bund und am Fuß, im Bund eine Zugkordel,

die aus zwei Metallösen läuft und  innen gebunden wird.

Plus Material plus 19% Umsatzsteuer!

 

Hier noch einige Adressen zum Kauf von Sweatstoffen in reiner Baumwolle:

Siebenblau , Anita Pavani Naturstoffe , Lebenskleidung  , Meterwerk , Kattun-Stoffe

Suche Stichworte: Sweatstoff Meterware 100%Baumwolle

 

Spezielle Reißverschlüsse bekommen Sie zum Beispiel bei Riri Mayer St.Gallen, Schweiz

 

     

Skianzug Überfallhose mit Blouson

Zweiteiliger Skianzug dunkelblau im Stil der 1930er Jahre
Kurze Skijacke mit rot-blau kariertem Baumwollfutter
Detailansicht Kragenform: fein polierte Rundung
Schneiderhandwerk: Feinschliff nach Kundenwunsch
Leichte Baumwollflanelle als Futter für den Jackenkörper, für die Ärmel wählt man besser eine glatte Qualität
Two-piece ski suit dark blue in the style of the 1930s

 

Die 1930er Jahre brachten immer modischere Looks in die Skikleidung.

Da guckt jeder zweimal hin: eine sehr kurze Jacke mit Taillenbund in Kombination mit der Überfallhose,

ohne Bundfalte gearbeitet  und damit an Taille und Hüfte optisch sehr schmal.

 

Glänzende Metallreißer verschließen Taschen und Jackenfront,

die Skimenschen liebten diese Erfindung, ließen sich die Verschlüsse doch viel schneller

und einfacher bedienen als knöpfbare Varianten.

 

Der  dunkelblaue Anzug wurde auf Kundenwunsch nach Maß gefertigt.

   

Wintersport München...Lodenfrey

MÜNCHEN...hier das Titelblatteines Lodenfrey-Wintersport-Kataloges von Anfang der 1930er Jahre

 

 

Spätestens in den 1930er Jahren war das Skifahren von einer zu Beginn verlachten, von einigen »Spinnern« und »Narren« ausgeübten Fortbewegungsart zu einem voll und ganz akzeptierten, die Massen - ob nun Zuschauer oder Aktive - begeisternden Sport geworden.

Mit dieser Entwicklung einhergegangen war auch die Kommerzialisierung des Sportbedarfs.

Ob Bekleidung und/oder Ausrüstung, was nur wenige Jahrzehnte zuvor noch schwer zu erwerben oder schlicht nicht existent war, konnte nun in jeder größeren Stadt in Fachgeschäften eingekauft werden: ein Markt für Skisportbedarf war entstanden.

Manch einer der Pioniere, die ihre ersten Ski noch aus Norwegen bezogen hatten, begann in Zusammenarbeit mit Wagnern, Spenglern und anderen Holzverarbeitungskundigen selbst Ski zu bauen, Schuhfabriken nahmen Skistiefel in ihr Sortiment auf, und Bekleidungsfabriken erstellten immer bessere und bequemere, wetterfeste Sportmoden.

 

Auch die im Jahr 1842 von Tuchmacher Johann Georg Frey in der Adalbertstraße in München gegründete Firma Lodenfrey, die für ihren wasserabweisenden Lodenstoff auf der Pariser Weltausstellung im Jahr 1855 eine Goldmedaille verliehen bekam, bot in ihren Geschäften Wintersportkleidung und Ausrüstung an. Ein wunderbares Beispiel für die gesamte damals erhältliche Produktpalette ist in gezeigtem Lodenfrey-Katalog aus den frühen 1930er Jahren zu sehen.

Eingangs wird voll Stolz darauf hingewiesen, daß Lodenfrey die deutsche Olympiamannschaft des Jahres 1928 für St.Moritz einkleidete, die deutsche Skimannschaft der 2. akademischen Weltwinterspiele in Davos 1929 in Lodenfrey antrat, und dass Skiklubs und Bergwacht, alpine Sektionen und Landespolizei als auch sonstige Angehörige staatlicher und städtischer Behörden in Lodenfreys Stoffen Sport und Dienst versahen.

 

Eine weitere interessante Frage beantwortete die Durchsicht des Kataloges: seit wann gibt es eigentlich »Keilhosen«? Den Meisten ist dieser Skihosentyp bekannt als der absolute Moderenner der 1950er Jahre, doch stellte sich bei der Durchsicht der Unmengen an Bildern heraus, daß die Keilhose schon in den 1930ern Jahren einen festen Platz in der Skimode hatte. Auf Bild Nr 6, Lodenfrey-Katalog Seite 3, werden bereits 2 Keilhosen angeboten.

 

Sie können den kompletten Lodenfrey-Katalog nun hier ansehen. Ob Skibekleidung oder Ausrüstung, Seite für Seite wird das gesamte Angebot für den Bedarf des Wintersports zu Beginn der 1930er Jahre gezeigt. Ski, Bindungen, Skistöcke  und weiteres Zubehör, Rucksäcke, Zelte, Eispickel und und und. Auch die Beilagen des Kataloges sind interessant: zum Beispiel die Empfehlung von »Knuppenklister«, ein Skiwachs nach norwegischem Geheimrezept, importiert en gros von...Willy Bogner!

Hinweis: Nach Absprache mit der Firma Lodenfrey darf ich den Katalog im Rahmen meiner Ski-Mode-Geschichte hier präsentieren. Das PDF ist allerdings so eingestellt, daß es weder kopiert noch gedruckt werden kann und auch nicht darf.

 

Katalog-PDF

 

Lodenfrey ist bis heute ganz vorn dabei. War damals das Skimodeangebot immer vom Modernsten, so gibt es auch heute immer wieder tolle Produkte: Wie wäre es mit einem beheizbaren Lodenmantel? oder eine Multimedia Tracht, mit der man Musik hören und telefonieren kann?

Auf dem einstigen Firmengelände befindet sich heute der »Lodenfrey-Park«.